Dossier
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Der digitale Massenmarkt
[AWB002594]
Im Gespräch: Mike Schnoor, Teamleiter PR & Corporate Communications bei sevenload

Interview

Wie hat sich die Bedeutung von "Social Media" in den letzten Jahren entwickelt?
Mike Schnoor: „Social Media ist alles andere als ein Hype. Von der Idee, dass Nutzer ihre Texte, Videos und Fotos im Internet bereitstellen, konnte sich Social Media zu einem digitalen Massenmarkt mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen entwickeln. Gemessen an den IWV-Reichweitenzahlen haben soziale Netzwerke die alten Platzhirsche der Onlinebranche von den vorderen Plätzen fast restlos vertrieben. Im professionellen Arbeitsalltag nutzen Mitarbeiter immer stärker die verschiedenen Anwendungen von Social Media – die einfache Terminplanung über Doodle, kollaborative Arbeitsumgebungen bei Google Docs oder die Verwaltung von Businesskontakten in XING und LinedIn sowie Informationsmanagement und Wissenstransfer in Blogs und Wikis. Das Phänomen der digitalen Kommunikation durchdringt daher jede Branche in den Schwerpunkten Marketing und Public Relations, aber auch Vertrieb, Personalmarketing und CRM entdecken Social Media als unterstützende Maßnahmen.“

Für wen macht die Nutzung von "Social Media Plattformen Sinn?
Mike Schnoor: „Bäcker, Tischler oder Brauereien haben eines gemeinsam: Sie sind hochgradig spezialisiert und sind mit der Region stark verbunden. Über das Internet drängen andere Anbieter immer stärker in regionale Märkte vor und bieten ihre Produkte und Dienstleistungen zu günstigeren Preisen an. Wer erst jetzt nach Gründen für fehlende Aufträge oder Absatzprobleme sucht, hat noch nicht erkannt, dass viele Kunden direkt über das Internet die Angebote vergleichen. Das Internet bietet mehr Reichweite für regional ansässige Firmen. Kommentare, Bewertungen und Empfehlungen von anderen Nutzern beeinflussen zudem die Kaufentscheidung, aber auch eine individuelle und proaktive Kommunikation seitens des traditionell geprägten Unternehmens unterstützt die Präsenz und Wahrnehmung in Social Media. Ein potenzieller Kunde muss eine Marke als glaubwürdigen und wertvollen Bestandteil seiner gewohnten Umgebung in Social Media erleben können. Dazu zählen Präsenzen mit Videokanälen, Viralspots oder Produktvideos bei Youtube und sevenload, aber auch Fanpages bei Facebook oder einem Infochannel bei Twitter. Die Firmen müssen jedoch strategisch planen und sollten Social Media als langfristiges Kommunikationsmittel verstehen.“

Wird das Internet diesbezüglich die klassischen Kommunikationsmedien ergänzen oder langfristig verdrängen?
Mike Schnoor: „Digitale Kommunikation erleichtert den Informationsfluss in der modernen Gesellschaft. Wir selektieren die Nachrichten selbst, ohne dass traditionelle Gatekeeper der Redaktionen ein bestimmtes Schema für den Geschmack einer Leserschaft aufsetzen. Im Prinzip finden in Social Media die Nachrichten selbst zu den Nutzern - und nicht mehr umgekehrt. Von Freunden und Bekannten erhalten wir in sozialen Netzwerken wie z.B. Twitter oder Facebook einen Linktipp. Diesen Kontakten und ihrem Gespür vertrauen wir verhältnismäßig stark, so dass ein Nachrichtenwert von den empfohlenen Informationen für uns hoch bemessen wird. Die verlinkten Artikel handeln auch nur zu einem sehr geringen Anteil von belanglosen Themen. In der Regel finden sich Fachartikel, selbstgedrehte sowie professionell produzierte Videos und Fotos, aber auch redaktionelle Inhalte verschiedener Medien in den Empfehlungen. Sie stellen jedoch nur einen Bruchteil der überwältigenden Informationsflut im Netz dar. Der Journalist bleibt auch in Zukunft wichtig, nur seine Arbeit wird sich verlagern. Digitale Medien liefern unendlichen Speicherplatz, während Printmedien durch die Linearität des bedruckten Papiers begrenzt sind. Ebenso schränkt diese lineare Barriere die Länge von Beiträgen im Radio und Fernsehen ein.“

Wo sehen Sie Trends im Bereich Social Media? Wird die rasante Entwicklung nachhaltig sein oder handelt es sich nur um eine Modeerscheinung?  
Mike Schnoor: „Smartphones mit aktivierter Internetverbindung bieten im Bereich Mobile zahlreiche neue Möglichkeiten, die Markenbekanntheit oder den Absatz von Produkten zu steigern. Das Zauberwort heißt hier ‚Mobile Couponing‘ über geolocationbasierende Dienste. Welcher clevere Nutzer würde einem exklusiven Gutschein von Coupies oder Groupon widerstehen, der zu einer kostenlosen Tasse Kaffee in der Gastronomie einlädt, wenn er diesen Hinweis direkt auf sein Mobiltelefon geschickt bekommt und vor genau diesem Lokal steht? Dieser Trend entwickelt noch seine Marktdurchdringung. Zusammen mit Empfehlungen von Social Media Anwendungen wie Qype kann der Wochenendeinkauf in der Innenstadt zu einem echten Einkaufserlebnis für findige Nutzer werden.“

Bild: Privat

Über den Autoren:
Mike Schnoor ist Teamleiter PR & Corporate Communications bei sevenload, einem der weltweit größten Social Video Networks für Premium-TV-Inhalte, offizielle Musikvideos und interaktive WebTV-Channel. In der Rheinmetropole Köln verantwortet er bei sevenload die Öffentlichkeitsarbeit, Unternehmenskommunikation und Verbandsarbeit des Unternehmens. Zu seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten zählen sein Engagement als Unitleiter Business Development / Marketing und Gründungsmitglied der Fachgruppe Social Media im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V sowie die Organisation des Twittwoch Köln.

 

 


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