

Von Jérôme Umminger
Wie ein zahmes Kätzchen schnurrt das Brennstoffzellensystem ”enyware“ im Labor der enymotion GmbH in Heilbronn vor sich hin. Es ist nur der Lüfter zu hören. Kein Vergleich zum Rattern von Verbrennungsmotoren. Nahezu abgasfrei, und bei der Verwendung von Bioethanol auch noch CO2-neutral, wird umweltfreundlich und nachhaltig Strom produziert. Daneben entsteht Wärme und Wasserdampf – sonst nichts.
Dutzend neue Jobs
Gemeinsam haben Dominic Schlüssel, Dr. Steffen Wieland und Dr. Stephan Schittny die enymotion GmbH im Jahr 2006 gegründet. Doch erst seit 2008 ist sie operativ tätig. Seitdem sind in der Wannen - äckerstraße in Heilbronn mehr als 20 neue Arbeitsplätze entstanden. Vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung.
Komplettsystem
Das Besondere an enyware von enymotion ist, dass ein Komplettsystem geliefert wird. Ein Reformer und die Steuerung ergänzen die eigentliche Brennstoffzelle (Stack). Der Reformer erzeugt den notwendigen Wasserstoff aus gewöhnlichem Campinggas oder Bioethanol. Mit dem Sauerstoff der Umgebungsluft kann somit überall und netzunabhängig Strom erzeugt und genutzt werden.
Markteinführung 2011
Kein Wunder, dass sich enymotion vor allem auf die Stromversorgung im Freizeitsektor (z. B. Reisemobile) und im Straßenverkehr (z. B. Baustellen) sowie für das flächendeckende, schnelle Internet konzentriert. Ab 2011 sollen Serienproduktion und Markteinführung der 250-WBrennstoffzelle starten. Die Kombination mit einer herkömmlichen Batterie erlaubt den Betrieb von Anwendungen mit einigen Kilowatt Leistungsaufnahme. In wenigen Jahren will enymotion aber auch leistungsstärkere Brennstoffzellensysteme für den Automobilsektor liefern. Das ehrgeizige Ziel von enymotion: Bis 2015 soll die Marktführerschaft für innovative Brennstoffzellensysteme im Industrieund Freizeitsektor erobert werden.
Bild: Jérôme Umminger
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