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Good Lack: Die besten Lacke sind gerade gut genug
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Vor 125 Jahren haben Johann und Wilhelm Sigel mit der Lack- und Farbengroßhandlung „Haering & Sigel“ in Heilbronn den Grundstein gelegt. Heute hat sich daraus die moderne Lackfabrik Sigel entwickelt. Im Jubiläumsjahr ist das Traditionsunternehmen gesund und vital wie nie zuvor.

VON JÉRÔME UMMINGER

 Am modernen Gebäudekomplex der Lackfabrik Sigel & Sohn im Heilbronner Industriepark Böllinger Höfe erinnert heute nichts mehr an die Anfänge des Unternehmens, das von Beginn an in Familienhand liegt. Kein Wunder: Am ehemaligen Standort in der heutigen Kernstadt wurden die Holzfässer in der Anfangszeit noch von Hand auf Pferdekutschen verladen. „Die dritte Familiengeneration hat das Unternehmen erneuert“, stellt der Sigel-Berater, Dr. Ulrich Zeyer, und Ehemann von Geschäftsführerin Birgit Zeyer fest. Gemeint ist Eva Marlene Drauz (geborene Sigel), die nach dem Tod ihres Vaters Wilhelm Sigel junior das Unternehmen erneuert und insbesondere durch den Standortwechsel 1995 aus der Innenstadt in den Industriepark Böllinger Höfe zukunftsfähig gemacht hat. „Mit dem neuen Standort begann unsere Zukunft“, weiß Ulrich Zeyer. Nun war endlich wieder Platz für die Weiterentwicklung des Unternehmens und es wurde ein ideales Arbeitsumfeld geschaffen.

Drei Standbeine
Die Produktpalette der Lackfabrik verteilt sich auf mehrere Standbeine. Das Kerngeschäft sind die industriellen Systemlacke. Nasslacke, die vor allem in der Metall-Industrie zum Einsatz kommen. Der zweite Geschäftspfeiler ist das Handwerk, für das kleinere Lackmengen produziert werden. „Diese Kunden holen die Lacke vielfach selbst ab und haben eine enge Verbundenheit zu unserem Unternehmen“, sagt Zeyer. Man kennt sich untereinander. Den dritten Bereich machen die Sonderprodukte aus. Als Beispiel nennt Zeyer einen Lack für Blumen. Dieser  nicht nur für schönere Farben sorgen, er hat zudem eine Schutzfunktion für die Pflanzen. Pulver- und Karosserie- Autolacke gehören nicht zum Repertoire von Sigel. Entwickelt werden die Lacke im hauseigenen und gut ausgestatteten Labor. In Langzeittests prüfen die vier Laboranten die vielen Neuentwicklungen und sind dadurch in der Lage, selbst komplizierte Probleme zu lösen. Was das Besondere an den Lacken von Sigel & Sohn ist? „Wir wollen den besten Lack“, sagt Ulrich Zeyer und verbindet damit hohe Ansprüche an die Qualitätslacke aus dem Hause Sigel. „Die Farbe soll je nach Kundenwunsch auch nach zehn Jahren noch so aussehen wie am ersten Tag.“ Zudem ist ein elementarer Bestandteil die Schutzfunktion der Farbe. Kratz- und schlagfest muss sie sein und rosten darf das Metall natürlich nicht.

Maßgeschneiderte Lacke
Doch die Sigel-Lacke kommen auch auf anderen Materialien wie Holz und Kunststoff zum Einsatz. So hat Sigel beispielsweise den Lack für die silberglänzenden Audi-Ringe auf den Motorraumabdeckungen entwickelt. „Die Ingolstädter waren hellauf begeistert, als sie das tolle Ergebnis sahen“, erzählt Zeyer voller Stolz, verbunden mit einem dicken Lob an den wichtigsten Mann der Technik-Sparte, Betriebsleiter Dieter Scherbarth. Sigel bietet eben keine Massen ware, sondern maßgeschneiderte Lacke für jeden Anspruch. Selbst lackiert wird jedoch nicht. Das lassen die Kunden von Sigel entweder von Auftragslackierern erledigen oder verfügen über eine eigene Lackiererei. So wie einer der größten Sigel-Kunden, der Baggerhersteller Terex.

Auf Krisen vorbereitet
Heute steht Sigel als gesundes Unternehmen da, wenngleich die Finanz- und Konjunkturkrise 2009 dem Unternehmen heftig zu schaffen machte. Da Sigel stark in der Anlagenindustrie tätig ist, hat die Wirtschaftskrise die Lackfabrik mit voller Breitseite getroffen. Umsatzeinbußen von bis zu einem Drittel waren die Folge. Aus der Krise hat das Unternehmen deshalb gelernt und für die Zukunft vorgesorgt.

Foto: Jérôme Umminger


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