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Visionäre mit Anspruch und viel Zeit
[WMW003642]
Das Obersulmer Weingut Hirth hat eine neue Leitung und auch neue Ziele. „Kontrolliertes Nichtstun, ausgerechnet bei den Schaffern“ – so frech wirbt das neue Trio aus dem Weinsberger Tal. Nichtstun, das heißt für sie den Dingen die nötige Zeit geben, die Trauben reifen zu lassen und ohne Hektik vorzugehen.

Den Zeitgeist-Begriff „Entschleunigung“ wollen sie in die Tat umsetzen – und sie unterscheiden sich damit deutlich von fast allen alteingesessenen Winzern im Tal. 

VON UWE DEECKE 

Das Trio, das sich den Traum vom eigenen Weingut samt Gastronomie verwirklicht hat, besteht durchweg aus Seiteneinsteigern. Sibylle Haug, die eigentlich Steuerfachfrau ist, hat das nötige Know-how, Werber Alex Bernet aus Stuttgart bringt die frischen Ideen mit und Roland Hirschmüller als Banker den finanziellen Hintergrund. Die drei holten sich mit dem Breisgauer Frank Kayser einen Kellermeister, der ebenfalls vieles anders und besser machen will und Helmut Hirth sorgt mit seiner Erfahrung für einen reibungslosen Vertrieb. Angebaut werden die Sorten Riesling, Lemberger, Trollinger und Auxerrois mit Blick auf Qualität und nicht auf Masse, erklärt Sibylle Haug, die aus einer Lauffener Winzerfamilie stammt. Das bedeutet: kürzere Bögen der Reben, vielleicht auch nur einen statt zwei, konsequente Bodenbegrünung und sich viel, viel Zeit bis zur Ernte lassen.

Konsequent biologisch-organisch
Manchmal hilft der Blick von außen, wenn sich im Lauf der Jahre mangelhafte Strukturen und Fehler manifestiert haben und man diese aus Betriebsblindheit nicht mehr erkennt. Den haben die drei, und sie krempeln so einiges um: Die Etiketten in elegantem Schwarz, die Weine konsequent biologisch-organisch angebaut und ein gastronomischer Rahmen, der dazu passt. Sechs Tage im Monat hat der Gutsausschank mitten in den Weinbergen der „Unterländer Toskana“ geöffnet, Helmuth Hirth und seine Schwester Marie-Luise Kenkmann sorgen für ein reichhaltiges kulinarisches Angebot.

Freude statt schnelles Geld
Deutscher Wein in der Schweiz? Das geht nicht? Zumindest nicht bisher. Der gebürtige Schweizer Bernet will das ändern, mit Qualität und viel Durchhaltevermögen. Das schnelle Geld, da sind sich die vier GmbH-Gesellschafter einig, ist mit dem Wein nicht zu machen. Sie wollen sich viel Zeit lassen und noch viele Jahre Freude an ihrer neuen Berufung haben. Erste Erfolge wurden auch schon erzielt, so wurde der Riesling mit einer Goldmedaille bei Mundus Vini ausgezeichnet.

Weinbau für alle und zum Anfassen
Sie hatten großes Glück, dass sie mit Helmuth Hirth einen Mann fanden, der den Hof keinen Kindern vererben kann und der im deutschlandweiten Vertrieb von Santa-Margherita-Weinen beruflich so eingespannt ist. Die drei Enthusiasten kamen da gerade zum richtigen Zeitpunkt, und er teilt ihre Ideen und Vorstellungen von einem guten Wein. Von fünf auf neun Hektar hat sich das Weingut inzwischen erweitert, und es wird ganz „entschleunigt“ geplant: Neben den normalen Öffnungszeiten an sechs Tagen im Monat wird es im nächsten Jahr ein Hoffest geben, Weinbau für alle und zum Anfassen.

Frost und Hagel sind einkalkuliert
Weingenießer und Genussmenschen sind sie, und so beschreiben sie auch ihre Zielgruppe. Menschen, die auch mal zehn Euro für eine gute Flasche Wein ausgeben in der Gewissheit, etwas Besonderes zu bekommen. „Wir wollen hier Top-Qualität“, sagt Alex Bernet selbstbewusst, „auch mit dem Biowein“. Dass das funktionieren kann, davon ist er wie auch seine Mitstreiter felsenfest überzeugt. Frost und Hagel gehören zur Natur und sind da einkalkuliert. Zur Not klappt es dann eben erst im nächsten Jahr. Sie haben ja Zeit. Viel Zeit.

Bildunterschrift: Nehmen sich Zeit (von links): Alex Bernet, Sibylle Haug und Kellermeister Frank Kayser.

Foto: Deecke


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