

Von Jérôme Umminger
Passt der „gemeine“ Wurstsalat zusammen mit „Rehschäufele aus heimischer Jagd in rotem Tauberwein geschmort“ auf den Speiseplan eines Vier-Sterne-Hotels? Frank Bundschu ist überzeugt davon. „Unser Angebot passt genauso zur Oma, die am Sonntag ihre Enkel einlädt, wie zum romantischen Candle-Light-Dinner oder zum großen Firmenessen“, erklärt der leidenschaftliche Koch, der gemeinsam mit Vater Hans Jörg und Bruder Ralf das Gesellschafter-Trio bildet. Und wenn der Wurstsalat gewünscht wird, komme eben auch der Wurstsalat auf den Tisch.
Regional und international
Grundsätzlich folge die Küche des Restaurants drei ein - fachen Leitlinien: saisonal, regional und international. „Die Natur diktiert unsere Karte“, verrät Frank Bundschu die Philosophie des Hauses. Heißt im Klartext: Im November werden keine Erdbeeren und kein Spargel gereicht. Das Wild kommt aus heimischen Wäldern, die Forelle aus dem Erlenbach und das Schwäbisch Hällische Landschwein ist eben falls Stammgast in der Küche. Das hindert die Köche im Bundschu jedoch nicht daran, auch auf US-Beef oder neuseeländisches Lamm zurückzugreifen. „Wir suchen uns immer die besten Zutaten am Markt und die werden stets frisch zubereitet. Ein Höhepunkt ist die Asia-Karte im Februar und März. Dann finden sich beispielsweise kulinarische Köstlichkeiten wie „China-Gemüse aus dem Wok mit Chili-Sauce und Duftreis“ auf dem Speiseplan. Die Rezepte hat Küchenchef Hans Jörg Bundschu schon vor über 20 Jahren aus Bangkok, Thailand, mit nach Bad Mergentheim gebracht.
Ehemalige Kuranstalt
Allerdings hat die Geschichte des Hotel und Restaurant Bundschu einmal ganz anders begonnen. Von Oskar Bundschu 1958 als Kuranstalt gegründet, war das Bundschu zunächst eine der vielen Bad Mergentheimer Kureinrichtungen mit medizinischen Anwendungen. Doch als Sohn Hans Jörg Bundschu die Einrichtung wegen des frühen Todes seines Vaters bereits mit 17 Jahren übernehmen musste, begann die Umorientierung. Denn als Koch, ausgebildet im Adler in Hinterzarten – eine der damaligen Top-Adressen Deutschlands – war sein Weg als Küchenchef vorgezeichnet. Daran hat sich bis heute nichts geändert. „Wir sind keine Mediziner, sondern Gastronomen“, scherzt Sohn Frank Bundschu.
Nähe zu Gästen
Und genau das war der Schlüssel zum Erfolg. Als familiengeführtes Hotel und Restaurant lässt das Bundschu keine Wünsche der Besucher unberücksichtigt. „Es gibt sogar einen Hobby-Angler, der seinen selbst erbeuteten Lachs aus Norwegen mitbringt und von uns zubereiten lässt. Gerade diese Nähe zu den Gästen wird mit einer überwältigenden Stammgastquote von 70 bis 80 Prozent honoriert. Doch mit seinen 60 Zimmern und acht Seminar räumen ist das Hotel und Restaurant Bundschu auch auf Tagungsbesucher und Geschäftsreisende bestens vorbereitet.
Bild: Regionalität und Internationalität müssen sich nicht ausschließen. Der neuseeländische Lammrücken gehört genauso auf
die Speisekarte des Restaurant Bundschu wie das Rehschäufele aus dem heimischen Wald.
Foto: Hotel Bundschu
Matthias Marquart
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